Konzept zur Sprachförderung und explizite Sprachfördersequenzen in den Spielgruppen Niederlenz

 

 Einleitung

 1. Leitsätze der Sprachförderung und Leitlinie Fachkonzept

 2.  Ausgangslage / Rahmenbedingungen

 3. Auftrag

 4. Ziele

 5. Pädagogischer Ansatz

 5a pädagogischer Ansatz der vier Leitsätze

 5b pädagogischer Ansatz der sechs Leitlinien

 6. Methodisches Vorgehen im Alltag (implizit)

 7. Explizite Sprachfördersequenzen

 8. Spezielle Angebote und Massnahmen (explizit)

 9. Erfassung des Sprachstandes bei Kindern nicht deutscher Erstsprache

10. Beobachtung des Sprachverhaltens / Sprachentwicklung

 11. Zusammenarbeit mit Eltern

 12. Weiterbildungen der Spielgruppenleiterinnen

 13. Teamarbeit und Themenbesprechung 

 

Einleitung

Was wollen Kinder?

Kinder wollen gesehen, gehört und verstanden werden. Egal ob sie die Umgangssprache schon sprechen und verstehen oder in ihrer Sprachentwicklung noch nicht so weit sind.

Die Sprachentwicklung eines Kindes ist unmittelbar mit der Entwicklung der Wahrnehmung, der Motorik, des Denkens und des sozialemotionalen Erlebnisbereiches verbunden.

 

Unsere Sprachförderung richtet sich an Kinder von 3- bis Kindergarteneintritt, unabhängig ihrer Herkunft. Sprachförderung erfordert stets ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen.

Sprache, Motorik und Sinneswahrnehmung sind voneinander abhängig. In der Praxis geht es darum, mit Spass und Fantasie die kreative Lust am Spiel mit der Sprache zu fördern. Begeisterung ist der Schlüssel zum Lernerfolg, der nicht durch äusseren Druck zu Stande kommt, sondern durch die kindliche Neugier, die es zu wecken gilt. Die Sprache hilft den Kindern, ihre Gefühle auszudrücken, Kontakt mit andern zu schaffen, die Welt zu begreifen und Wissen anzueignen. Die Spielgruppenleiterinnen sind mit den Kindern ständig im Gespräch, erzählen Geschichten, singen und plaudern.

Sie fördern die Fantasie und lassen Ideen zu, ohne diese zu werten.

Eigeninitiative wird unterstützt und Emotionen dürfen erlebt und akzeptiert werden.
Wir vermitteln den Kindern Freude an der Kommunikation, indem wir ihnen zuhören, erzählen, singen und Vorbild sind.

Wir regen unsererseits die Kinder an, zu erzählen und sich den andern mitzuteilen.

Bei Kindern, die noch nicht sprechen, achten wir auf nonverbale Kommunikation, beobachten intensiv und sind ständig in Kontakt mit ihnen auch nehmen wir Metacom Piktogramme oder Porta Gebärdensprache zur Kommunikation.

 

 1. Leitsätze Sprachförderung und Leitlinie Fachkonzept

 Die vier Leitsätze in der Sprachförderung

  1. Beziehung wird über Sprache aufgebaut – Sprache wird über Beziehung gelernt
  2. Sprache findet im Alltag statt
  3. Sprache ist Teil der Gesamtentwicklung
  4. Sprache ist Teil der kulturellen Identität.

 Die sechs Leitlinien des Fachkonzeptes

  1. Gesprächsanlässe im Alltag erkennen und nutzen
  2. Gespräch unter Kindern ermöglichen und zulassen
  3. Qualität der Interaktion sicherstellen
  4. Sprache vielfältig gebrauchen
  5. Zugänge zur frühen Literacy ermöglichen
  6. Mehrsprachigkeit wertschätzen und unterstützen

Zu diesen Leitlinien finden sich unter www.kinder-4.ch viele Videobeispiele, welche auch in der Elternarbeit genutzt werden können.

 

2. Ausgangslage und Rahmenbedingungen

 In der Spielgruppe treffen sich Kinder ab ca. 2 ½ Jahren (Stichtag 31. Juli) bis zum Kindergarteneintritt ein.

Eine Spielgruppe umfasst in der Regel 10 Kinder (Explizite Sprachförderung 6-8 Kinder, Punkt 7)

Eine Gruppe wird von einer Leiter*in (Pädagog*in) und einer assistierenden Person geleitet. Die Spielgruppenpädagog*innen orientieren sich an einem Leitbild / pädagogischen Konzept. Dieses beinhaltet die pädagogischen Ziele des Orientierungsrahmens FBBE und der Spielgruppenpädagogik.

Die Spielgruppe bietet frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung und unterstützt die soziale, emotionale, kognitive, körperliche, sprachliche und psychische Entwicklung von allen Kindern zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten. Das zentrale Bildungsmittel in diesem Alter ist das Spiel, welches in der Spielgruppe im Mittelpunkt steht.

Die Spielgruppe versteht sich als Bildungsinstitution. Sie ist Teil eines Netzes zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung und Ergänzung zur Familie.

Bildung bezieht sich hier auf die individuellen Bildungsprozesse des Kindes. Bildung wird in diesem Sinne als der Beitrag des Kindes zu seiner Entwicklung verstanden. Erziehung und Betreuung sind die Beiträge der Erwachsenen zur Bildungs- und Entwicklungsförderung von Kindern.

Erziehung bezeichnet die Gestaltung einer anregungsreichen Bildungsumwelt, in der die Erwachsenen Kindern vielseitige Lerngelegenheiten bereitstellen.
Betreuung meint die soziale Unterstützung, die Versorgung und Pflege der Kinder, die emotionale Zuwendung, den Schutz vor Gefahren sowie den Aufbau von wichtigen persönlichen Beziehungen.

 

3.Auftrag

Der Kanton Aargau will erreichen, dass in jeder Gemeinde ein bedarfsgerechtes Angebot für die vorschulische Sprachförderung geschaffen wird. 

Darin werden Spielgruppen explizit als Institutionen erwähnt, die es zu berücksichtigen gilt!

 

4. Ziele

Die Kinder sollen:

  • Freude und Spass an der Umgebungssprache haben 
  • mit der Sprache kreativ umgehen 
  • ihren passiven und aktiven Wortschatz erweitern und festigen
  • die Sprache zur verbalen Konfliktlösung benutzen lernen

Die Sprachkompetenz erweitern, durch:

  • rhythmisches Sprechen, Verse, Lieder
  • Bewegungsgeschichten, Bewegungsverse
  • Geschichten hören, Buchbetrachtungen und dialogisches Lesen
  • der Teilnahme an Gesprächsanlässen, Morgenkreis, Znünisituation
  • Garderobensituation etc.
  • lernen, sich in verschiedenen Situationen sprachlich auszudrücken
  • lernen, sich mit anderen zu verständigen und zuzuhören
  • die Umgangssprache als Zielsprache erwerben und sie ausbauen
  • beim Übertritt in den Kindergarten einen passiven und aktiven Wortschatz zur Verfügung haben, damit sie den Start in den Kindergarten positiv erleben und sich wohlfühlen.

 

5. Pädagogischer Ansatz zu den vier Leitsätzen

5a 1. Leitsatz 

Beziehung wird über Sprache aufgebaut – Sprache wird über Beziehung gelernt. 

Damit Sprachförderung gelingt, muss eine wertschätzende Beziehung zum Kind aufgebaut werden. 

Die richtige Bezeichnung von Gegenständen und Tätigkeiten ist wichtig, um sich zu verständigen, die Welt zu begreifen und zu erfahren. Ein anderer wichtiger Bereich ist der, der Gefühle und der von Beziehungen zu anderen Personen. Kinder wollen sich mitteilen, etwas zeigen, damit die andere Person darauf reagiert.

Zum Verständnis solcher Kommunikationen sind drei Aspekte wichtig:

  • auf die Mimik, Gestik und Körperhaltung achten, denn die Worte werden immer damit verbunden wie auch das langsame Sprechen
  • auf Signale und Äusserungen der Kinder achten und dies auch verstehen wollen
  • sich seiner Sprachvorbildfunktion als Leiterin bewusst sein.

 

2. Leitsatz 

Sprache findet im Alltag statt

Anstelle Sprachsituationen künstlich herbeizuführen ist es die Aufgabe der Spielgruppenpädagog*in, die Situationen für einen Sprachförderanlass zu sehen und ihn zu nutzen. Hierbei geht es auch darum herauszufinden, welches Kind an welcher Stelle im Spracherwerb steht und an das Vorhandene anzuknüpfen.

 

3. Leitsatz

Sprache ist Teil der Gesamtentwicklung

Sprachförderung findet unter Einbezug aller Entwicklungsbereiche statt. Sprache entwickelt sich nie losgelöst von den anderen Entwicklungsbereichen. (Meist fallen Kinder, welche grosse Mühe beim Spracherwerb haben ebenfalls durch fein- und/oder grobmotorische Defizite auf).

Die Tätigkeiten des Kindes werden sprachlich begleitet. Seine Tätigkeit versprachlicht. Motorik und Sensorik spielen bei der Sprachförderung eine wichtige Rolle (Be-greifen).

Als Vorbild in der Sprachförderung versprachliche ich auch mein Handeln, damit das Kind das Gesehene mit dem Gesprochenen verbinden kann (handlungsbegleitendes Sprechen).

Die Entwicklung der Sprache ist sehr eng an die Motorik und Wahrnehmung geknüpft. Zu den Funktionsbereichen Motorik und Wahrnehmung nehmen wir noch Rhythmus und Melodie dazu. Die Verbindung dieser Funktionen mit Sprache, können die Kinder erleben, indem wir sie zu Reimen, Versen und Melodien sich bewegen lassen.

 

4. Leitsatz

Sprache ist Teil der kulturellen Identität

Geschichten, Verse und Lieder vermitteln Teile der Kultur. Die Kultur von zu Hause und die »neue« Kultur.

Die Kinder lernen, zwei Sprachen anzuwenden, und deren Andersartigkeit wahrzunehmen. Um sich zu integrieren braucht es die Sprache, das gilt für das Ursprungsland wie für das Migrationsland. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist sehr wichtig, um den Kulturtransfer zu fördern. Die täglichen Erlebnisse des Kindes in der Spielgruppe und natürlich in seiner Familie formen die Persönlichkeit. 

Daher ist es von besonderer Wichtigkeit die Sprachen und kulturelle Hintergründe zu respektieren und aufzugreifen. Es ist wichtig, die Kinder in ihrem Beziehungsaufbau zu anderen Kindern zu helfen, um diese zu unterstützen. Bei der Persönlichkeitsbildung geht es darum, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken. Es ist wichtig, die Eltern bei der Sprachförderung miteinbeziehen, auch Austausch über Fortschritte und Gespräche bei Auffälligkeiten. 

5. Pädagogischer Ansatz zu den sechs Leitlinien

5b 1. Leitlinie 

Gesprächsanlässe im Alltag erkennen und nutzen

Im Alltag gibt es viele Sprachanlässe, sie zu erkennen und zu nutzen ist unsere Hauptaufgabe. Wir fassen zum Beispiel das Gehörte in eigene Worte (paraphrasieren), fragen nach (W-Fragen), ergänzen und versuchen den Sprechfaden nicht abreissen zu lassen. Wir erzählen von eigenen Erlebnissen und laden das Kind ein, sich am Gespräch aktiv zu beteiligen. (Mimik, Gestik und Lautmalereien werden ebenfalls miteinbezogen) Im Mittelpunkt bei solchen Gesprächsanlässen stehen die Interessen der Kinder und das gegenseitige Verstehen.

 

2. Leitlinie

Gespräch unter Kindern ermöglichen und zulassen

Kinder kommunizieren besonders engagiert und ausdauernd mit anderen Kindern, dabei lernen sie mit und voneinander. Dies ist uns sehr bewusst und darum sind die Gruppen in den Spielgruppen (Interkulturell) gemischt und die fremdsprachigen Kinder werden nicht separiert. Unsere Beobachtungen haben gezeigt, dass sogar Kinder derselben Sprache irgendwann im Verlauf des Spielgruppenjahres in der Umgebungssprache miteinander zu kommunizieren versuchen.

 

3. Leitlinie 

Qualität der Interaktion sicherstellen 

Aktives Zuhören, Zugewandtheit, auf die Beiträge des Kindes eingehen, dem Gespräch einen Rahmen geben, sich im Gespräch mit einem Kind nicht von äusseren Einflüssen ablenken lassen. Dies gelingt, weil wir immer zu zweit die Gruppe betreuen und so viel mehr Zeit für einzelne Kinder und Situationen haben. 

 

4. Leitlinie 

Sprache vielfältig gebrauchen 

Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit, Sichtbares, Unsichtbares, Wünsche, Träume, Wissen. 

In Gesprächsrunden wie zum Beispiel im Morgenkreis wird über Vergangenes oder Gegenwärtiges gesprochen. Ein Kind soll seinen Standpunkt vertreten können, warum es gerade dieses Sitzkissen mit der orangen Farbe haben möchte.

Die Kinder erhalten werden mit der achtsamen Kommunikation: sag mit deinen Worten, warum du das orange Kissen möchtest, dazu animiert, sich über ihre Wünsche und Gedanken zu machen. 

 

5. Leitlinie 

Zugänge zur frühen Literacy öffnen und ermöglichen

Der Zugang zu Bilderbüchern, Büchern und Bildbänden liegt uns sehr am Herzen. 

Den Kindern wird auf Wunsch jederzeit ein Bilderbuch oder eine Geschichte erzählt. 

Die meisten Gruppen erzählen traditionell am Schluss der Spielgruppe eine Geschichte oder ein Bilderbuch. Unsere Spielgruppe orientiert sich nach der Gruppe. Dabei wird darauf geachtet, dass die Geschichten Angebote vielfältig sind. Bei den Geschichten erzählt werden z.B. dialogisch, mit Figuren, als Kamishibai, Geschichtensäckli oder Bewegungsgeschichten etc. damit die fremdsprachigen Kinder mehrere Kanäle erhalten, um den Inhalt der Geschichte zu erfassen. 

Gefühlskarten an den Wänden laden zum Sprechen über das Gesehene ein. Lieder, Verse, Reime sind ein fester Bestandteil des Spielgruppenbesuchs.

 

6. Leitlinie 

Mehrsprachigkeit wertschätzen und unterstützen

Gleichsprachige Kinder werden nicht getrennt oder aufgefordert in der Spielgruppe nur die Umgebungssprache zu sprechen. Vielmehr sind wir sehr interessiert, an der Fremdsprachigkeit der Kinder und zeigen grosses Interesse dran wie zum Beispiel der Apfel, die Karotte, das Brot etc. in der Muttersprache der Kinder heisst. 

6. Methodisches Vorgehen im Alltag (implizit)

Unser Ziel ist, die Kinder zu befähigen, ihre Anliegen auch sprachlich auszudrücken und Sicherheit im Umgang mit der Sprache und dem Verstehen der Sprache zu gewinnen. 

Dies erreichen wir durch:

  • Die Pädagogen und Assistenten sind Sprachvorbilder (Voraussetzung gute Deutschkenntnisse)
  • Blickkontakt zum Kind beim Sprechen, zuhören und aussprechen lassen
  • Dem Kind Zeit lassen zum Zuschauen
  • Dem Kind Sicherheit geben, in der Nähe bleiben, eventuell die Hand anbieten, nicht erzwingen
  • Aufmerksam sein, spüren, wie geht es dem Kind?
  • Unterschiede wahrnehmen aber nicht werten! (sprachliche, soziale, Spielverhalten, Kleidung, Zähne, Essen, kulturelle Erziehung)
  • Rituale, Lieder, Sprachspiele, Fingerspiele, Reime, Geschichten, Bilderbücher und Verse als Verbindendes
  • Mehr führen und begleiten, ich bin das Sprachrohr für das Kind, denn wenn ein Kind überfordert ist, wird es aggressiv und braucht meine Begleitung!
  • Zeigen und Gesten dienen der Verständigung
  • Einzelne Worte in der Sprache des Kindes können hilfreich sein. Ich spreche nicht in der Sprache des Kindes, auch wenn ich sie beherrsche
  • Wort und Bild, Piktogramme, Körpersprache und Gebärde ersetzen fehlende Worte
  • Eine Beziehungsperson aufbauen, nicht jedes Kind kann es mit beiden Leiterinnen gleich gut
  • Einbezug der Eltern unbedingt notwendig
  • Klare Grenzen setzen. Wo sind meine Grenzen und wie setze ich sie um? (Wenn ein Kind jedoch »nein« als erstes Wort aussprechen kann, ist vieles schief gelaufen)

 

  • Sprache des Kindes kennen = Respekt und Achtung
  • Vorname des Kindes richtig aussprechen = Respekt und Achtung
  • Subgruppen zulassen und unterstützen = Identität und wohlfühlen
  • Die Kinder freispielen, Materialien erproben, bauen und ungestört toben lassen
  • Anregung geben für verbale Konfliktlösungen = achtsame Kommunikation 

7. Explizite Sprachfördersequenzen

In kleinen Gruppen von 6-8 Kindern werden explizite, d.h. gezielte und geführte Sprachfördereinheiten angeboten. In den spezifischen Sprachfördereinheiten in Kleingruppen wird auf Hochdeutsch oder Schweizerdeutsch gesprochen, je nach Hintergrundinformationen. Es können auch deutschsprechende Kinder mit einem Sprachdefizit von dieser Förderung profitieren.

Bei expliziter Sprachförderung steht die Sprache im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies ermöglicht ein gezieltes Fördern von bestimmten Sprachbereichen (z.B. Sprachverständnis, Wortschatz, Satzbau) und ergänzt die alltagsintegrierte Sprachförderung. Sie gestaltet die Lernsequenzen lebendig und wählt dafür eine dem Kind angepasste klare und einfache Sprache.

Im Spielgruppenalltag wird vorwiegend Schweizerdeutsch gesprochen.

 

Angebot explizite Sprachförderung 

An 1-2 Wochennachmittag von 14-16 Uhr in einer Gruppe von 6-8 Kindern. Diese Gruppe wird jeweils von zwei Spielgruppenpädagog*innen mit der zertifizierten Weiterbildung Sprache und Integration gefördert.

Wir arbeiten auch mit den Materialien der Sprachbildung 3000 von Roland Laier (Karten).

Beispiel:

In den Gruppen schauen und benennen Sachen wie Altagsgegenstände und Tiere. Wir haben kleine Themenboxen (z.B. Weltall, Gebäude, Meer, Menschen und Berufe) welche die Kinder anschauen können. Wir benennen die Sachen beim Herausnehmen und beim Versorgen sagen wir zum Beispiel: «ich hätte gerne das Polizeiauto». Beim Singen machen wir immer passende Bewegungen, damit jedes Kind mitmachen und auch verstehen kann, um was es sich im Lied handelt. Beim Spielen sprechen wir sehr viel und benennen, was das Kind gerade macht oder uns gibt.

 

8. Spezielle Angebote und Massnahmen (explizit)

Angebote, bei denen wir Sprachrituale anwenden, sind:

Begrüssungs- oder Abschlusskreis mit Singen Bilderbücher, Versen, Fingerspielen, Reimen, Bewegungsspielen und Versen.

Angebote, bei denen explizit Sprache gefördert wird, sind:

  • Tischspiele wie Memory, Tempo kleine Schnecke etc.
  • Mitspielen im Rollenspielabteil, Einkaufen, Kochen, Puppenpflege etc.
  • Mitspielen im Konstruktionsabteil, Eisenbahnstrecken bauen, Duplotürme bauen, Autogarage etc.

 

9. Erfassung des Sprachstandes bei Kindern nicht deutscher Erstsprache

Der Kanton Aargau plant aufgrund der positiven Erfahrungen aus den Pilotprojekten die Einführung einer kantonsweiten frühen Sprachförderung ab 2027 um gezielte Angebote zur Sprachförderung anzubieten.

Erfasst werden, allgemeines Sprachverhalten in verschiedenen Situationen, sprachliche Kompetenz im engeren Sinn, Sprachstand in der Familiensprache, Familiensituation.

 

10. Beobachtung des Sprachverhaltens / Sprachentwicklung

Um die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder beurteilen zu können, sind regelmässige Beobachtungen ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Beobachtungen finden bei uns in unterschiedlichen Alltagssituationen, wie z.B. während der Werksequenzen, bei einer Aktivität alleine mit einem Kind oder als Beobachterin einer Freispielsituation statt. So können wir das Kind, seine Besonderheiten und seinen Entwicklungsstand besser kennenlernen. Sollte ein Kind nicht nur sprachliche Auffälligkeiten zeigen, arbeiten wir mit einem anderen Beobachtungsbogen.

Sollte sich eine starke Auffälligkeit oder Unklarheit ergeben, egal ob sprachlich oder anders gelagert, werden die Eltern benachrichtigt und ein Gespräch vereinbart. An einem solchen Gespräch nehmen neben den Eltern beide Spielgruppenleiterinnen teil. In schwierigen Situationen wird ein Protokoll erstellt.

 

11. Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wichtiges Element. Eltern sollen einbezogen werden und Verantwortung übernehmen können. Dadurch bekommen sie Anregung und werden gestärkt. Bei Bedarf finden Austauschgespräche statt. Vor dem Übertritt in den Kindergarten werden, bei Bedarf, Elterngespräche angeboten. Bei Bedarf werden Eltern auf Beratungsangebote und Fachstellen hingewiesen. 

Die Spielgruppe Niederlenz fördert Elternkontakte, indem sie Eltern in die Spielgruppenarbeit einbezieht sowie Austauschgefässe wie Elternabende oder Elterngespräche anbietet. Die Spielgruppe ist für Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund ein wichtiger Schritt zur Integration. Ein Spielgruppenbesuch erleichtert den Start in den zukünftigen Schulalltag für alle Kinder und ist somit ein Beitrag zur Chancengleichheit.

Die Zusammenarbeit gestalten wir auf vielfältige Weise:

  • Telefon und WhatsApp Kontakte über das Tagesgeschehen, persönliche vor Ort Gespräche (vor- oder nach der Spielgruppe). Es werden keine Gespräche vor den Kindern stattfinden.
  • Gezielte Elterngespräche finden nur bei Auffälligkeiten oder auf Wunsch der Eltern statt. Vor dem Kindergarteneintritt kann auf Wunsch der Eltern ein Beobachtungsbogen ausgefüllt werden, der mit den Eltern ausgewertet wird.
  • Lieder, Verse und Reime können auf Wunsch bei uns bezogen werden 
  • Die Fotos der Geburtstagsfeierlichkeit werden an die Eltern persönlich versendet 
  • Es finden Elternabende und Elterninfos statt 
  • Alle Infos werden zusätzlich schriftlich abgegeben

 

12. Weiterbildungen der Spielgruppenpädagog*innen

Um die Sprachförderung umsetzen zu können, wird die Gruppe von zwei zertifizierten Spielgruppenpädagog*innen mit zusätzlicher Weiterbildung zur Fachfrau in den Bereichen Sprachförderung und Integration im frühkindlichen Bildungsbereich geleitet. Die Spielgruppenpädagog*innen bilden sich regelmässig weiter und erweitern ihre fachlichen Kompetenzen. Sie vernetzen sich mit den Anspruchsgruppen.

 

13. Teamarbeit

Folgende Themen werden mit dem Team in regelmässigen Abständen diskutiert:

  • Umgang mit der Situation der Mitarbeiter*innen mit einer anderen Muttersprache / Dialekt / Standardsprache 
  • Ein ganzheitlicher Sprachförderungsansatz für alle Kinder
  • Gestaltung einer ganzheitlichen Sprachförderung im Alltag 
  • Was tun bei Sprachauffälligkeiten 
  • Einbezug der Eltern in die Sprachförderung, die Wichtigkeit der Erstsprache und der Literacyerziehung zu Hause, Eltern auf unsere Schulbibliothek hinweisen

 

 

Dieses Konzept wurde durch die IG Spielgruppe am 01.01.2026 genehmigt